Lottogewinn fällt in den Zugewinnausgleich

Artikel vom 7. November 2013 · Kategorie: Urteile

Lottogewinn fällt in den Zugewinnausgleich – das entschied vor kurzem der Bundesgerichtshof (BGH) in einem jahrelangen Rechtsstreit, der durch drei Instanzen ging.
Der Lottogewinner lebte seit acht Jahren von seiner Ehefrau getrennt. In Tippgemeinschaft mit seiner Lebensgefährtin erzielte er einen Lottogewinn von fast einer Million Euro. Zum Verhängnis wurde ihm, dass er zwei Monate nach seinem Gewinn einen Scheidungsantrag bei Gericht einreichte. Denn für die Berechnung des Zugewinns gilt der Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrags, sodass die Ehefrau einen Zugewinnausgleich in Höhe eines Viertels des Gesamtgewinns, mithin 242.500,00 € geltend machte.
Dem Antrag der Ehefrau wurde vom Amtsgericht in vollem Umfang stattgegeben. Das OLG Düsseldorf hingegen wies in zweiter Instanz die Ansprüche zurück und entschied, dass der Ehefrau lediglich 8.000,00 € zustehen sollten. Der BGH hielt aber an der gängigen Rechtsprechung zum Zugewinn fest und schloss sich der Meinung des Amtsgerichts Mönchengladbach an, indem er entschied, dass der Anteil am Lottogewinn vollständig in die Berechnung des Zugewinnausgleichs einzubeziehen sei. Dies wird damit begründet, dass der Lottogewinn nicht als privilegierter Vermögenszuwachs (wie beispielsweise eine Erbschaft oder Schenkung) angesehen werden kann.
Der Lottogewinner musste seiner Ex-Frau schließlich den geforderten Betrag von 242.500,00 € auszahlen und zudem die Kosten des Verfahrens in Höhe von rund 66.000,00 € tragen. (BGH, Urteil vom 16.10.2013 – AZ: XII ZB 277/12)