Mieter müssen Wände nach Auszug wieder hell streichen!

Artikel vom 8. November 2013 · Kategorie: Urteile

Kann ein Mieter zum Schadensersatz verpflichtet sein, wenn er beim Auszug aus dem Mietobjekt die Wände in einem farbigen Anstrich hinterlässt? Mit dieser Frage hat sich der Bundesgerichtshof (BGH) befasst und am 06.11.2013 eine Entscheidung getroffen. (BGH, Urteil vom 06.11.2013 – AZ: VIII ZR 416/12)

Die Mieter waren in das in weißer Farbe frisch renovierte Mietobjekt der Vermieterin eingezogen. Nach dem Einzug strichen die Mieter einzelne Wände in kräftigen Farben (rot, gelb, blau) und gaben es in diesem Zustand an die Vermieterin zurück. Die Vermieterin ließ die Wände nach Rückgabe des Mietobjektes wieder weiß überstreichen.
Die dafür aufgebrachten Kosten verlangte sie von den Mietern als Schadensersatz. Das Amtsgericht Karlsruhe wies jedoch die Klage der Vermieterin ab. Dies akzeptierte diese so nicht und legte Berufung ein. Das Berufungsgericht hat sodann die Mieter zur Zahlung verurteilt. Die vom Berufungsgericht zugelassene Revision der Mieter hatte keinen Erfolg. Der unter anderem für das Wohnraummietrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass die Mieter zum Schadensersatz verpflichtet sind, wenn sie die bei Mietbeginn in neutraler Dekoration übernommene Wohnung bei Mietende in einem ausgefallenen farblichen Zustand zurückgeben. Denn von vielen Mietinteressenten wird eine in farbigen Wänden gestrichene Wohnung nicht akzeptiert, sodass eine Neuvermietung der Wohnung praktisch unmöglich wird.

Mieter sollten also in Zukunft darauf achten, dass sie bei einem Wohnungswechsel die Wände vor Auszug in einer neutralen Farbe überstreichen. Tun sie dies nicht, wird es teuer, denn der Vermieter kann Schadensersatz verlangen.