Grundsätzlich ist zwischen privatem und öffentlichem Baurecht zu unterscheiden. Beim privaten Baurecht handelt es sich um Probleme zwischen dem Bauherren und den beteiligten Handwerkern. Das öffentliche Baurecht betrifft Fragen wie z. B. die Baugenehmigung und nicht selten die Geltendmachung von Nachbarrechten in diesem Zusammenhang. Nicht rechtzeitige Fertigstellung, nicht vertragsgerechte Erfüllung von Bauverträgen oder Streitigkeiten zwischen den Vertragsparteien geben Anlass zu Auseinandersetzungen. Um unberechtigte Forderungen abwehren oder berechtigte Ansprüche durchsetzen zu können, ist eine umfassende und lückenlose Feststellung von Tatsachen erforderlich. Wichtig ist die frühzeitige Sicherung von Beweismitteln (z. B. durch Zeugen, Film- oder Fotoaufnahmen) und im Rahmen von selbstständigen Beweisverfahren die Begutachtung durch Sachverständige. Die Abnahme ist entscheidender Zeitpunkt für die Fälligkeit der Vergütung, für den Beginn der Verjährung von Mängeln bzw. Gewährleistungsansprüchen und die Umkehr der Beweislast mit der Folge, dass ein Handwerker bis zur Abnahme die Beweislast für eine mangelfreie Leistung trägt und der Bauherr nach der Abnahme zu beweisen hat, dass die Arbeiten mangelhaft ausgeführt wurden.