Täglich viermal lüften kann jeder Mieter!?

Artikel vom 7. November 2012 · Kategorie: Urteile

Hin und wieder kommt es vor, dass eine Wohnung mit Schimmel befallen ist. Dies ist nicht nur für Mieter und Vermieter ärgerlich, sondern bedeutet zugleich eine ernst zu nehmende Gefahr. Die Schimmelbildung kann mehrere Ursachen haben. In erster Linie tritt Schimmel aber dort auf, wo es feucht ist. Jedoch muss Schimmel in der Wohnung nicht zwingend auf von außen eindringende Feuchtigkeit zurückzuführen sein. Die Ursache kann auch darin liegen, dass der Mieter nicht ausreichend lüftet.
Das Landgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass es (selbst einem berufstätigen) Mieter zuzumuten ist, drei- bis viermal pro Tag die Wohnung zu lüften (LG Frankfurt/Main, Urteil vom 07.02.2012 – AZ: 2-17 S 89/11). Durch mehrmals tägliches Stoßlüften kann eine Dampfdiffusion verhindert werden. In der Urteilsbegründung wird berufstätigen Mietern empfohlen, morgens vor Verlassen des Hauses ein bis zweimal zu lüften, dann am Nachmittag nach Rückkehr von der Arbeit und schließlich noch einmal am Abend.