Vorsorge im Alter

Artikel vom 25. Februar 2013 · Kategorie: Notarielles

Wie treffe ich die richtige rechtliche Vorsorge für das Alter? Diese Frage ist heute in aller Munde. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung erreichen immer mehr Menschen ein hohes Alter und benötigen durch altersbedingten Abbau der geistigen Kräfte Hilfe und Unterstützung bei der Regelung alltäglicher Angelegenheiten mit rechtlichen Auswirkungen.

Die Selbstbestimmung von Patienten hat in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker an Bedeutung gewonnen. Durch den medizinischen Fortschritt kann das Leben eines Menschen für lange Zeit verlängert werden. Jede Heilbehandlungsmaßnahme bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Patienten.

Jeder Mensch kann aber auch altersbedingt, durch Unfall oder Krankheit in eine Situation geraten, in der er seinen Willen nicht mehr äußern kann. Solange Sie als Patient einwilligungsfähig sind, entscheiden Sie selbst nach Aufklärung und Beratung durch den Arzt über alle Sie betreffenden ärztlichen Maßnahmen. Falls Sie aber nicht mehr entscheidungsfähig sind, vor allem Ihren Willen nicht mehr äußern können, muss ein Betreuer oder Bevollmächtigter für Sie entscheiden. Ist weder ein  Betreuer noch ein Bevollmächtigter für Sie bestellt, muss bei eilbedürftigen Maßnahmen der Arzt nach Ihrem „mutmaßlichen Willen“ handeln. Ihr „mutmaßlicher Wille“ ist überhaupt maßgeblich für jede ärztliche Behandlung, zu der Sie sich selbst nicht mehr äußern können, sofern Sie keine schriftliche Patientenverfügung erstellt haben.

Drei rechtliche Instrumente stehen Ihnen zur Verfügung, in gesunden Tagen schriftlich im Voraus für den Fall einer eigenen Entscheidungsunfähigkeit Ihren Willen – auch bzgl. der Art und Weise einer ärztlichen Behandlung – nieder zu legen und zwar in Form einer Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.

Mit der Vorsorgevollmacht können Sie genau festlegen, welche Person Ihres Vertrauens welche Angelegenheiten im vermögensrechtlichen aber auch im persönlichen Bereich für Sie regeln soll.

Haben Sie keine Vorsorge getroffen, ist in der Regel eine gerichtlich angeordnete Betreuung erforderlich. Der Betreuer kümmert sich als gesetzlicher Vertreter um Ihre Belange im Rahmen der Vermögens- und Personensorge. Im Rahmen einer Betreuungsverfügung können Sie für den Fall der Betreuungsbedüftigkeit den durch die Vorsorgevollmacht bestellten Bevollmächtigten, also die von Ihnen erwählte Vertrauensperson auch als Ihren Betreuer bestimmen. Das Betreuungsgericht ist an diese Bestimmung grundsätzlich gebunden.

Mit einer Patientenverfügung können Sie für den Fall der Einwilligungsunfähigkeit schriftlich festlegen, welche medizinische Behandlung/Nichtbehandlung oder Behandlungsbegrenzung angesichts einer aussichtslosen Erkrankung, insbesondere in der letzten Lebensphase, aber auch im Wachkoma oder aber bei schwerster Demenz erfolgen soll.

Sie selbst haben es also in der Hand, beizeiten persönlich festzulegen, wer für Sie rechtsverbindlich im vermögensrechtlichen und im persönlichen Bereich handeln soll, wenn Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind.

Dieses Ziel können Sie mit einer Vorsorgevollmacht ggf. in Verbindung mit einer Betreuungs- und Patientenverfügung erreichen.